Wie alles begann

Gerettete Holzbalken und Türen
Gerettete Balken, Türen und Paletten – der Ursprung unseres Ateliers

Altholz Atelier entstand nicht als klassisches Geschäftsmodell, sondern aus einer Überzeugung heraus. Vor Jahren begannen wir, alte Gebäude zu renovieren und waren jedes Mal aufs Neue erschüttert, wie viel wertvolles Material einfach auf dem Müll landete. Massive Balken aus jahrhundertealtem Holz, wunderschöne alte Türen mit handgeschmiedeten Beschlägen, dicke Dielen aus Eiche – all das wurde achtlos entsorgt, weil es in der modernen Welt keinen Platz mehr zu haben schien.

Gleichzeitig stellten wir fest, dass die meisten modernen Möbel aus Pressspan und Kunststoff bestehen, dass sie billig produziert werden, keine Seele haben und nach wenigen Jahren auseinanderfallen. Diese beiden Beobachtungen – der verschwenderische Umgang mit altem Material einerseits und die Sinnlosigkeit der Wegwerfmöbel andererseits – brachten uns auf eine Idee: Warum nicht das eine Problem mit dem anderen lösen? Warum nicht aus dem „Abfall" der Renovierungen hochwertige, langlebige Möbel bauen?

So begann das Altholz Atelier zunächst als Nebenprojekt. Wir retteten Holz von Baustellen, an denen wir arbeiteten, sammelten alte Türen, die Hausbesitzer loswerden wollten, holten ausrangierte Paletten von Logistikunternehmen. In einer kleinen Werkstatt – anfangs kaum mehr als eine Garage – begannen wir zu experimentieren. Wie lässt sich jahrhundertealtes Holz verarbeiten, das teilweise brüchig ist? Wie entfernt man hunderte von Nägeln, ohne das Holz zu beschädigen? Wie kombiniert man verschiedene Hölzer zu harmonischen Möbelstücken?

Die ersten Stücke waren für uns selbst: ein Esstisch aus alten Dielen, ein Regal aus Baugerüst-Bohlen und Wasserrohren, ein Bett aus Palettenholz. Freunde und Bekannte sahen diese Möbel und fragten, ob wir auch für sie etwas bauen könnten. Anfragen kamen, zunächst sporadisch, dann regelmäßiger. Was als Experiment begann, entwickelte sich zu einer Leidenschaft und schließlich zu dem, was heute das Altholz Atelier ist: eine Werkstatt, in der wir ausschließlich Möbel aus gerettetem Material fertigen.

Unsere Philosophie

Handwerkliche Details an einem Möbelstück
Jedes Detail entsteht in sorgfältiger Handarbeit

Im Zentrum unserer Arbeit steht die Überzeugung, dass wahre Qualität nicht in der makellosen Perfektion liegt, sondern im Charakter, in der Geschichte, in der Authentizität. Moderne Industriemöbel sind perfekt glatt, perfekt symmetrisch, perfekt gleich – und genau deshalb seelenlos. Unsere Möbel sind anders. Sie haben Ecken und Kanten, Macken und Gebrauchsspuren, jedes Brett ist ein bisschen anders gefärbt, jedes Stück ist einzigartig. Und genau das macht sie schön.

Wir glauben an Nachhaltigkeit – nicht als Marketing-Phrase, sondern als gelebte Praxis. Für unsere Möbel wird kein Baum gefällt. Kein Material wird neu produziert, keine Energie für die Herstellung von Spanplatten oder Kunststoffbeschichtungen verschwendet. Wir nutzen, was schon da ist, was die Wegwerfgesellschaft aussortiert hat. Und wir zeigen, dass „gebraucht" nicht „minderwertig" bedeutet, sondern „charaktervoll" und „wertvoll".

Keine Massenproduktion ist ein weiterer Grundsatz. Wir bauen nicht auf Vorrat, wir haben keinen Katalog mit hundert verschiedenen Modellen. Jedes Möbelstück entsteht individuell, meist in enger Abstimmung mit dem Kunden. Sie erzählen uns, was Sie brauchen, welche Maße Sie haben, wie Ihr Raum aussieht, welchen Stil Sie bevorzugen. Wir schlagen vor, welches Material passen würde, zeigen Ihnen Holzmuster, skizzieren Entwürfe. So entsteht nicht einfach nur ein Möbelstück, sondern Ihr Möbelstück – etwas, das genau zu Ihnen und Ihrem Zuhause passt.

Handarbeit ist uns wichtig. Wir verwenden natürlich moderne Werkzeuge – Kreissägen, Hobel, Schleifmaschinen – aber die eigentliche Arbeit, das Zusammenfügen, das Finish, die Details, das geschieht von Hand. Wir verlassen uns auf unser Auge, unser Gespür für das Material, unsere Erfahrung. Das ist langsamer als industrielle Fertigung, aber das Ergebnis ist ein Möbelstück, in dem man die menschliche Hand spürt, das mit Sorgfalt und Aufmerksamkeit gemacht wurde.

Woher unser Material stammt

Aufbereitung von Altholz
Altholz wird sorgfältig sortiert und aufbereitet
Gesammelte Materialien in der Werkstatt
Unser Materiallager bewahrt Schätze aus vergangener Zeit

Industrieanlagen sind eine weitere Quelle. Stillgelegte Fabriken, alte Kraftwerke, aufgegebene Werkstätten – solche Orte sind wahre Schatzkammern für uns. Hier finden wir massives Metall: Stahlträger, Rohre, Geländer, Beschläge. Aber auch Holz: Werkbänke aus massiver Buche, Transportpaletten, Lagerkisten. Dieses Material hat jahrzehntelang Schwerstarbeit geleistet und ist entsprechend robust und patiniert.

Manchmal bekommen wir Material auch direkt von Privatleuten geschenkt. Hausbesitzer, die renovieren und nicht wissen, wohin mit der alten Tür, dem alten Parkett, den alten Fensterläden. Sie freuen sich, wenn wir das Material abholen, statt dass es auf dem Müll landet. Für uns ist jedes solche Stück ein Geschenk – Material mit Geschichte, das darauf wartet, in einem neuen Kontext weiterzuleben.

Wir lagern das Material in unserer Werkstatt. Dort haben wir nach Holzarten und Material sortierte Bereiche: ein Regal nur für alte Türen, ein Stapel mit Balken, ein Bereich für Palettenholz, eine Ecke für Metallteile. Wenn wir ein neues Möbelstück planen, gehen wir durch unser Lager und suchen das passende Material aus. Manchmal haben wir genau das richtige Holz auf Lager, manchmal müssen wir aktiv nach einem bestimmten Material suchen. Diese Materialsuche ist Teil unserer Arbeit – und oft der spannendste Teil, denn man weiß nie, welche Schätze man entdeckt.

Unsere Werkstatt

Einblick in die Werkstatt
In unserer Werkstatt entstehen Unikate aus Holz und Metall

Unsere Werkstatt ist kein steriler Produktionsraum, sondern ein lebendiger, chaotischer Ort voller Holzstaub, Metallspäne und dem Geruch von frisch geöltem Holz. An den Wänden hängen Werkzeuge – von alten Handhobeln bis zu modernen Akku-Schraubern. In einer Ecke steht die große Kreissäge, daneben die Hobelbank. Überall liegen Holzstücke, Skizzen, Musterbrettchen mit verschiedenen Ölbehandlungen.

Hier verbringen wir unsere Tage. Morgens beginnen wir oft mit dem Entfernen von Nägeln aus Palettenholz – eine meditative, wenn auch anstrengende Arbeit. Dann wird gesägt, gehobelt, geschliffen. Nachmittags vielleicht das Verleimen einer Tischplatte oder das Schweißen eines Metallgestells. Gegen Abend das Auftragen von Öl, das Polieren von Oberflächen. Jeder Tag ist anders, jedes Möbelstück bringt neue Herausforderungen.

Wir sind ein kleines Team. Keine anonyme Fabrik mit Fließbändern, sondern eine überschaubare Gruppe von Menschen, die alle das gleiche Ziel teilen: aus gerettetem Material etwas Schönes und Nützliches zu schaffen. Jeder bringt seine Fähigkeiten ein – der eine ist geschickt im Schweißen, die andere hat ein besonderes Auge für Farbkombinationen, wieder einer ist der Spezialist für alte Türen. Gemeinsam realisieren wir jedes Projekt.

Besucher sind in unserer Werkstatt willkommen. Wenn Sie sich für unsere Arbeit interessieren, können Sie vorbeikommen und sehen, wie ein Möbelstück entsteht. Sie können das Materiallager ansehen, verschiedene Holzmuster in die Hand nehmen, den Unterschied zwischen geöltem und gewachstem Holz fühlen. Diese Nähe zum Entstehungsprozess ist uns wichtig – sie macht transparent, was wir tun, und schafft Vertrauen.

Warum wir das machen

Fertige Möbel im Showroom
Freude an Möbeln mit Geschichte – unser Antrieb

Am Ende des Tages geht es uns nicht primär um Profit. Natürlich müssen wir wirtschaftlich arbeiten, Materialkosten decken, die Werkstatt bezahlen. Aber der eigentliche Antrieb ist ein anderer: Wir wollen zeigen, dass es Alternativen gibt zur Wegwerfkultur, dass man nicht jede Saison neue Möbel kaufen muss, dass alte Materialien wertvoll sind.

Wir wollen schöne, ehrliche Dinge schaffen. Möbel, die nicht nach zwei Jahren auseinanderfallen, sondern Generationen überdauern. Möbel, die nicht in China in einer riesigen Fabrik von Maschinen produziert wurden, sondern hier, lokal, von Menschen, die ihr Handwerk lieben. Möbel, die eine Geschichte haben und weitererzählen.

Und wir wollen, dass unsere Kunden glücklich sind. Dass sie morgens in ihr Wohnzimmer kommen, den Tisch aus Altholz sehen und sich freuen. Dass sie Gästen stolz erzählen: „Das ist aus einer hundert Jahre alten Tür gemacht." Dass sie spüren, dass dieses Möbelstück etwas Besonderes ist. Wenn wir das erreichen, haben wir unser Ziel erreicht.

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